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Ritter unterliegen knapp

27.10.2019

Der erste Heimsieg in der Sporthalle Stadtmitte bleibt den Kirchheim Knights auch im vierten Anlauf verwehrt. Gegen den Aufstiegsfavoriten aus Chemnitz mussten sich die Teckstädter denkbar knapp mit 79:75 geschlagen geben. Mit 16 Punkten wurde Keith Rendleman Topscorer der Partie. Durch die Niederlage verharren die Knights weiter am Tabellenende.

 

 

Viel hatten sich Kirchheims Korbjäger für den 7. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga vorgenommen. Nachdem zuvor gegen Paderborn endlich der Bann gebrochen wurde, herrschte selbstbewusste Stimmung im Ritterteam. Der erste Big Win sollte geschafft werden. Dass es dabei gegen den Topfavoriten der Liga ging sorgte für zusätzliche Motivation. Und so starteten die Ritter auch in die Partie. Ohne Center Andreas Kronhardt, der aufgrund der Geburt seiner Tochter, die wenige Stunden vor Spielbeginn zur Welt kam, nicht in der Halle sein konnte, dafür mit dem angeschlagenen Keith Rendleman, der unter der Woche krankheitsbedingt nicht am Training teilnehmen konnte, gingen die Schwaben ins Rennen. Wieder im Kader mit dabei waren Mitchell Hahn, der seine Fersenverletzung auskuriert hat, und Andreas Nicklaus nach überstandenen Rückenproblemen. Die Ritter traten von Beginn an selbstbewusst auf. Mit dem Rückenwind aus Paderborn und der lautstarken Unterstützung der heimischen Fans entwickelte sich schnell ein spannender Schlagabtausch der beiden Mannschaften, die sich auf Augenhöhe begegneten. Bis zwei Minuten vor dem Viertelende dominierten die Verteidigungsreihen (12:11 für Chemnitz), bevor dann beide Mannschaften endgültig ihr offensives Visier eingestellt hatten und von jenseits der Dreierlinie loslegten. Jeweils zwei Mal Ziegenhagen, gekontert durch Nico Brauner, starteten mit der Punkteproduktion für ihre Teams. In die Viertelpause ging es mit einer leichten Chemnitzer Führung von 23:22. Abschnitt zwei gehörte dann den Gastgebern. Die Defensive erhöhte nochmals die Intensität und Knights-Coach Parra stellte auf Zonenverteidigung um, mit der der Gast sichtbare Probleme hatte und kaum mehr zu Zählbarem kam. Punkt um Punkt zogen die Ritter davon und erhöhten die Führung auf 43:32 bei noch einer Minute bis zur Halbzeit. Die Halle bebte, doch zwei Unkonzentriertheiten in der Defensive verhalfen den Chemnitzern zu zwei weiteren Dreiern und dem 44:38 Halbzeitstand. Nun waren es die Gäste, die das Heft des Handelns übernahmen und den besseren Start in Halbzeit zwei erwischten. In den ersten fünf Minuten des dritten Viertels erzielte Kirchheims Offensive nur zwei Zähler, während die Niners ihrerseits deren 14 erzielten und die Führung zurückeroberten. Erneut Brauner und Hahn per Dreier konterten und glichen wieder aus. Beide Mannschaften kämpften nun verbissen und Führung und Gleichstand wechselten sich bis zum Viertelende stetig ab. Das Schlussviertel musste die Entscheidung bringen und erneut erwischte Chemnitz den besseren Start. Es dauerte quälend lange vier Minuten bis zum ersten erfolgreichen Abschluss der Hausherren, während die Niners kontinuierlich punkteten (70:64). Doch die Ritter blieben dran und kämpften verbissen. Angetrieben vom nun furiosen Publikum stemmten sich die Teckstädter gegen die drohende Niederlage. Nico Brauner per Korbleger, sorgte bei noch 45 Sekunden zu spielen für den Zwischenstand von 76:75 für Chemnitz und die Kirchheimer hatten weitere gute Möglichkeiten das Spiel zu drehen, doch nun schien der Korb wie vernagelt. Die Gäste behielten an der Freiwurflinie die Nerven und brachten den knappen Auswärtserfolg über die Ziellinie. „Trotz unserer möglicherweise besten Saisonleistung hat es am Ende gegen den Titelfavoriten nicht gereicht. Stolz bin ich trotzdem auf meine Jungs, die bis zum Ende gekämpft haben. Beim Rebounding hat man heute die Abwesenheit von Andi leider deutlich gemerkt, aber was mir am Meisten gefällt ist die Entwicklung und der Fortschritt in unserer Verteidigung. Wenn wir es schaffen weitere Schritte zu gehen und jetzt nicht nachlassen, werden auch die Punkte kommen. Davon sind wir überzeugt. Ein Sonderlob erhält Keith, der sich trotz Erkältung durchs Spiel gequält hat und eine sehr gute Leistung gezeigt hat. Ich hoffe, dass wir, nachdem die verletzten Spieler jetzt zurückkehren, eine normale Trainingswoche haben werden, um uns auf das schwere Spiel in Nürnberg vorzubereiten, “ erklärte Knights-Coach Parra nach Spielende. Belohnt wurden die Schwaben erneut vom Kirchheimer Anhang, der die Spieler nach Spielende mit Standing Ovations feierte. „Das ist auch für uns, die schon einige Jahre hier dabei sind, eine ganz besondere und spezielle Atmosphäre, die weit über das Gewohnte hinausgeht und auch ein Zeichen unserer Fans an die Mannschaft ist. Die aktuelle Situation ist unangenehm, aber das muss uns Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl für die kommenden Aufgaben geben, wenn man sieht und hört wie die Zuschauer auf unsere Spiele reagieren, “ sagte Knights-Geschäftsführer Chris Schmidt. Die nächste Hürde für die Ritter ist dabei erneut eine ziemlich Hohe. Am kommenden Sonntag reisen die Kirchheimer nach Nürnberg zum Tabellenvierten. Der letztjährige Finalist musste bislang in sieben Partien erst eine Niederlage hinnehmen.

 

Es spielten: Brauner (14 Punkte), Graf (15, 5 Assists), Butler (3, 6 Rebounds), Koch (7), Rendleman (16, 5 RB), Pape (6, 5 RB), Wohlrath (3), McCloud (2), Hahn (9), Nicklaus (n.e.)

 

Foto: Tanja Spindler