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Später Todesstoß: Tapfere Knights unterliegen in Jena

01.03.2015

Groß gespielt, dennoch verloren. In einem Basketball-Krimi erster Güte unterlagen die Kirchheim Knights Gastgeber Jena am 25. Spieltag der zweiten Basketball-Bundesliga Pro A mit 87:97 (41:33, 85:85) nach Verlängerung. Beim offenen Schlagabtausch auf Augenhöhe hatten die Ritter wenige Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den Sieg bereits vor Augen, ehe ein erfolgreicher Drei-Punkte-Wurf des überragenden David Hicks bei noch drei Sekunden auf der Uhr die Verlängerung besorgte. Die demoralisierten Gäste aus der Teckstadt stemmten sich in der Extra-Spielzeit zwar mit aller Macht gegen das Schicksal, hatten Hicks - der insgesamt 15 Zähler seines Teams in Folge erzielte - jedoch nichts mehr entgegenzusetzen.

Nur zwei Tage nach der wahnsinni-gen Aufholjagd beim 87:83-Heimsieg nach Verlängerung gegen Chemnitz erlebten die Knights nun ihrerseits das bittere Gefühl einer unerwarteten Last-Minute-Pleite. Beim Stand von 67:75 in den letzten vier Minuten hatten sich die Ritter am Freitag mit einem 8:0-Lauf zu-nächst in die Verlängerung gerettet, mit dem Aufwind des unverhofften Ausgleichs dann den Sieg doch relativ problemlos eingefahren. Nach zwei Erfolgen in Serie folgte am Sonntag in Jena im Kampf um die Playoffs nun der bittere Rückschlag.

"Ich kann meine Gefühle im Moment nur schwer in Worte fassen", gab der enttäuschte Knights-Trainer Michael Mai nach dem Spiel zu Protokoll. "Meine Mannschaft hat aufopferungsvoll gekämpft, phasenweise an beiden Enden des Feldes ein überragendes Spiel gezeigt und letztlich unglaublich bitter verloren. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, denn so ist einfach nun einmal der Sport. David Hicks hat uns heute mit einer unfassbaren Leistung den Zahn gezogen, und dazu kann ich ihm nur gratulieren. Es ist für unsere Playoff-Hoffnungen sehr bitter, das Spiel verloren zu haben."

Mit dem Rückenwind aus zwei Siegen in Serie gingen die Knights entsprechend selbstbewusst ins wichtige Duell gegen den Liga-Fünften aus Jena. Das erste Viertel entpuppte sich als offener Schlagabtausch auf höchstem Niveau. Starke Trefferquoten und schöne Spielzüge auf beiden Seiten resultierten in insgesamt 47 Punkten während der ersten zehn Minuten. Beim Stand von 10:5 schienen sich die Knights in der Anfangsphase zunächst abgesetzt zu haben, jedoch war Jena nur eine Minute später bereits wieder auf einen Zähler herangerückt. Nach einem Dreier des zu Beginn gut aufgelegten Wayne Bernard vier Sekunden vor Ende des ersten Viertels gingen die Ritter trotz langer Führung zuvor mit einem 23:24-Rückstand in den zweiten Spielabschnitt.
Wie zu Beginn des Spiels erwischten die Gäste aus der Teckstadt auch im nächsten Spielquartal den besseren Start. Eine ausgeglichene und solide Offensive durch die Bank hinweg sorgte für eine Vier-Punkte-Führung der Knights nach knapp 14 Spielminuten. Auch die Defensive der Gäste griff in der Folge immer besser. Jena offenbarte massive Probleme, gegen beherzt aufspielende Ritter einfache Abschlüsse zu finden. Lediglich neun Zähler erzielten die Gastgeber im gesamten zweiten Spielabschnitt. Fortwährende offensive Nadelstiche der extrem ausgeglichen auftretenden Knights brachten zur Halbzeit ein Polster von acht Punkten (41:33).
Der Beginn des dritten Viertels stand zunächst im Zeichen einer Aufholjagd der angestachelten Gastgeber. Fünf Zähler in Serie brachten Jena beim Stand von 38:41 wieder in Schlagdistanz. Drei erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe durch Bryan Smithson sowie Ben Beran (x2) schraubten die Knights-Führung nach nur zwei Minuten der zweiten Hälfte jedoch schnell wieder auf neun Punkte. In der Folge verpassten es die Kirchheimer jedoch, den Schwung und das Momentum beizubehalten. Nachlässigkeiten in der Defensive in Kombination mit einigen Fehlern und Fehlschüssen im Angriff gestatteten Jena einen 8:0-Zwischenspurt. Mitte des dritten Viertel zeichnete sich beim Stand 54:52 für die Ritter bereits ein weiterer Nervenkrieg ab. Obwohl Kirchheim das Spiel zwei Minuten vor Ende des Spielabschnitts dann jedoch wieder unter Kontrolle zu haben schien (65:58), brachte ein unerklärlicher später Einbruch Jena wieder auf einen Zähler heran.
Der Abwärtstrend setzte sich für die Knights zu Beginn des vierten Viertels dann zunächst fort. Fünf Zähler in Folge für Jena bedeuteten nicht nur einen 12:1-Lauf für das Heim-team, sondern gleichzeitig die 70:66-Führung. Zwei Freiwürfe von Timothy Wild stoppten das Übel zwar für kurze Zeit, jedoch legte Jena unbeirrt nach. Ein beeindruckender Zwischensprint brachte die willensstarken Gäste vier Minuten vor dem Ende dann jedoch zurück ins Spiel (76:76). Während Kirchheim Jena über eine mannschaftlich geschlossene Offensive zusetzte (fünf Spieler punkteten zweistellig), lebten die Gastgeber im Angriff vom überra-genden amerikanischen Duo Hicks (31 Zähler) sowie Brady Morningstar (24).
Beim Stand von 80:82 in der letzten Minute sah sich Kirchheim bereits einer Niederlage gegenüber, ehe der starke Beran per Dreier und Smithson von der Freiwurflinie binnen 23 Sekunden die Partie komplett drehten. Nach zwei Fehlwürfen der Gastgeber direkt am Korb in den letzten Sekunden verpasste es Kirchheim dann jedoch, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Hicks später Dreier sowie ein 8:0-Lauf für Jena zu Beginn der Verlängerung besiegelten somit das Schicksal der Knights.
Im Kampf um die Playoffs bedeutete die Niederlage für Kirchheim zwar einen herben Rückschlag, mit zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen vor der Brust hat das Team bei vier Punkten Rückstand auf die achtplat-zierten Heidelberger fünf Spieltage vor Saisonende jedoch nach wie vor die Chance, das Wunschziel Playoffs zu erreichen.

Es spielten: LaVonte Devon Dority (15 Punkte), Radivoj Tomasevic (0), Daniel Krause (4), Enosch Wolf (10), Bryan Smithson (14), Jacob Mampuya (0), Julian Sensley (8), Jannik Lodders (9), Tobias Heintzen (0), Jordan Wild (10/ 8 Rebounds), Ben Beran (17/ 7 Rebounds/ 5 Assists).