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Mit Wille und Strategie das Heidelberger Defensiv-Bollwerk gebrochen

17.11.2019

Mit ihrer wohl besten Saisonleistung gewinnen die Kirchheim Knights beim viertplatzierten Heidelberg mit 69:80 und melden sich damit eindrucksvoll in der Liga zurück. Aus einer aggressiven und konzentrierten Abwehr heraus überzeugen die Ritter auch dank einer hohen Dreierquote und einer an diesem Abend perfekten Strategie. Der Lohn für die gute Leistung ist der Sprung auf Tabellenplatz 13.

Spiele gegen Heidelberg gehören nicht zum Ligaalltag. Aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit mit Frenkie Ignjatovic ist es für Team, Coaches und Fans immer ein Spiel mit einer besonderen persönlichen Note. Aber eignet sich die Begegnung gegen eines der besten Teams der Liga auch als Wendepunkt in einer bislang schweren Saison? Mit über 50 mitgereisten Kirchheimer Fans und dem Sieg aus dem Heimspiel gegen Karlsruhe im Rücken schickte Parra zu Beginn neben Graf, McCloud, Koch und Kronhardt Mitch Hahn aufs Feld. Hahn hatte sich nach einer guten Trainingswoche und der Verletzung von Keith Rendleman das Vertrauen des Headcoaches verdient und sollte dies im Spielverlauf noch eindrucksvoll bestätigen. Die Starting Five legte hoch konzentriert und mit Tempo los, erspielte sich nicht nur die ersten Punkte des Matches, sondern zeigte sich auch in der Defense konzentriert und flink auf den Beinen. Die Mannen von Frenkie Ignjatovic schienen durchaus beeindruckt von der Physis mit denen die Gäste das Parkett dominierten. Während auf der Heidelberger Seite der Korb scheinbar vernagelt erschien, erarbeiteten sich Graf, McCloud & Co die nötige Sicherheit durch erfolgreiche Würfe. So mancher Heidelberger Fans mag sich aufgrund der überdurchschnittlichen Wurfquote der Gäste verwundert die Augen gerieben haben. Das Viertelergebnis von 10:26 sprach eine deutliche Sprache.

Auch im zweiten Viertel änderte sich das Bild zuerst nur marginal. Eine bislang in der Saison selten gesehene Unkonzentriertheit und Wurfschwäche zeichnete das Spiel der Gastgeber aus. Die Knights dagegen überzeugten in dieser Phase mit einer guten Mischung aus individueller Stärke und Teamplay. Nach einer zwischenzeitlichen Führung von 17 Punkten (22:37) besann sich zumindest Shyron Ely auf seine Stärke und verwandelte zwei Dreipunktewürfe mit Erfolg. In dieser Phase war das Spiel von wilden Aktionen auf beiden Seiten gekennzeichnet, doch die Knights hielten dagegen, stets perfekt durch ihren Headcoach eingestellt. Bis zur letzten Sekunde konzentriert begaben sich die Knights mit einer 43:32-Führung in die Halbzeitpause.

Den besseren Start in das dritte Viertel verbuchten dann die Gastgeber für sich. Mit einem 6:0 Lauf verkürzte Ely mit zwei Dreiererfolgen den Rückstand. Dennoch kam der Heidelberger Express nicht so nach den Wünschen von Headcoach Ignjatovic ins Laufen. Die Ritter fanden immer die bessere Antwort, wenngleich man nicht an die Dominanz des ersten Viertels anknüpfen konnte. Auf beiden Seiten war das Spiel in dieser Phase von Turnovern und verpassten Gelegenheiten gezeichnet und so versprach das Schlussviertel Spannung pur.

Mit einen knappen Vorsprung von 53:57 starteten die Knights ins entscheidende Viertel. Konnte das Team mit der aktuell besten Defense der Liga tatsächlich bezwungen werden? Oder gelang es der Ignjatovic Truppe noch das Blatt zu wenden? Nicht an diesem Abend. Mit einem bislang selten gesehenen Selbstbewusstsein und Energie gelingt es den Rittern Heidelberg auf eigenem Parkett mit 80:69 zu schlagen. Selbst der Ausrutscher von Graf 1:25 Minuten vor Schluss und dem Anschlusspunkten von Ely zum 67:74 brachte die Parra-Truppe nicht zum Straucheln.

So wird es der erste große Sieg in dieser Saison und der verdiente Lohn dafür, dass das Team und die Coaches allen Widrigkeiten zum Trotz konzentriert weitergearbeitet haben und immer an den Erfolg geglaubt haben. Mit McCloud, Graf, Kronhardt und Hahn punkteten vier Spieler zweistellig und insbesondere Mitchel Hahn dankte seinem Headcoach für das in ihn gesetzte Vertrauen mit seiner persönlichen Saisonbestleistung. Dieser gibt den Dank postenwendend zurück: „Ich bin heute sehr stolz auf meine Jungs. Jeder einzelne hat heute zum Sieg beigetragen. Bereits das zweite Spiel in Folge haben wir unseren Gegner unter 70 Punkten gehalten. Ein Indiz, dass unsere gute Verteidigung der Schlüssel zu Sieg war.“ Nach einem großen Dank an die mitgereisten Fans geht der Blick von Parra aber schon wieder nach vorne. „Jetzt heißt es für uns am Samstag in Hagen nachzulegen“, so Parra, der genau weiß, wie wichtig jeder Sieg ist, möchte man sich nachhaltig aus dem Tabellenkeller verabschieden.

MLP Academics Heideberg gegen VfL Kirchheim Knights 69:80 (10:25, 22:18; 21:14, 16:23)

Brauner (4), Rendleman (5), McCloud (21), Graf (17), Kronhardt (14), Butler, Koch (5), Niklaus (n.e), Pape, Haziri (n.e.), Wohlrath (3), Hahn (11)