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Negativserie hält an – Graf kehrt zurück

10.10.2019

Die Zweitligabasketballer der Kirchheim Knights kommen einfach nicht in Fahrt. Zum 4.Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga mussten sich die Teckstädter Schalke 04 denkbar knapp mit 80:75 geschlagen geben. In einer wechselhaften Partie rehabilitierten sich die Schwaben für den luftleeren Auftritt von Leverkusen, doch zwei Schwächephasen kosten den wichtigen Sieg. Ein alter Bekannter soll nun für die Wende sorgen.

 

Die Enttäuschung war den Spielern und allen Verantwortlichen deutlich anzumerken. Nach großem Kampf saß der Frust über die verlorenen beiden Punkte tief. Von Beginn an waren die Hausherren hellwach und lieferten sich mit den Königsblauen einen erbitterten Kampf um jeden Ball. Insbesondere die Duelle unter den Körben gingen dabei sehr zur Sache. Und einer hatte sich besonders viel vorgenommen. Routinier Andi Kronhardt war von den Schalkern nicht zu stoppen und legte mit neun Punkten und sechs Rebounds ein famoses erstes Viertel hin. Doch es war die gesamte Körpersprache der Ritter, die im Vergleich zu den ersten drei Partien stark verändert war und die nun auch das Publikum mitriss. Mit 22:18 ging es in die erste Viertelpause. Auch das zweite Drittel begann erfolgreich. Point Guard Jalan McCloud zeigte seine Fähigkeiten aus der Distanz und netzte zwei Mal trocken von Downtown ein und zwang die Gäste zur Auszeit. Ein Dreier von Till Pape, weitere fünf Kronhardt Punkte und zwei Freiwürfe von McCloud erhöhten die Kirchheimer Führung auf 38:25 knapp fünf Minuten vor der Halbzeit. Doch die letzten Wochen haben ihre Spuren im Kirchheimer Nervenkostüm hinterlassen. Zwei erfolgreiche Aktionen der Schalker, verbunden mit Fehlwürfen der Knights brachten den Ritterzug aus dem Konzept und den Gast zurück ins Spiel. Nun zeigten auch die Schalker ihre beeindruckende individuelle Qualität und egalisierten den Vorsprung in kürzester Zeit. Mit einem völlig verblüffenden 42:41 Rückstand ging es in die Halbzeitpause. Und auch der Start ins dritte Viertel ging in die Hose. Wie vernagelt schien der gegnerische Korb und die Teckstädter konnten nur von der Freiwurflinie punkten. Beständig erhöhte sich der Rückstand. „Die Jungs haben eine tolle Einstellung an den Tag gelegt, aber uns fehlt der Ruhepol, wenn es mal nicht so läuft. Zwei, drei negative Dinge bringen uns zu schnell aus dem Rhythmus. Daran werden wir arbeiten,“ erklärte Knights-Geschäftsführer Chris Schmidt. Beim Stand von 68:55 nach 30 Minuten hatten plötzlich die Königsblauen eine 13-Punkte Führung. Was jedoch nun folgte zeigt das andere Kirchheimer Gesicht. Die neuformierte Truppe um Kapitän McCloud fightete zurück und kam Punkt um Punkt näher an die Schalker heran. Die Defensive saß und ließ nur noch wenig zu. Das Spiel schien zu kippen. Zwei Minuten vor dem Ende wackelten die Gäste bedenklich und die Knights hatten die Chance auf einen Zähler heranzukommen. Doch ein verpasster Wurf und folgende Freiwürfe erhöhten den Rückstand erneut auf fünf Zähler. Zwar versuchten die Hausherren nochmals alles, doch das letzte Quäntchen Glück fehlte um das Spiel endgültig zu drehen. „Wir haben uns in der Körpersprache, dem Kampf und vor allem in der Defensive deutlich gesteigert. Leider hat es dennoch nicht zum ersten Sieg gereicht. In der entscheidenden Phase des Spiels hat Schalke schwierige Würfe getroffen. Uns fehlt die Konstanz über ein ganzes Spiel. Unseren Vorsprung zu verlieren war völlig unnötig. Das wird sich hoffentlich bald verbessern,“ so Knights-Coach Parra.

 

Dajuan Graf kehrt zurück

 

Auf der anschließenden Pressekonferenz verkündete der Spanier dann die Verpflichtung von Dajuan Graf. Der letztjährige Point Guard der Knights wird am Freitag in Kirchheim erwartet. Mit 12,8 Punkten, 4,5 Rebounds und 5,3 Assists im Schnitt pro Partie, zeigte der 27-jährige Amerikaner bereits in der vergangenen Saison sein Talent und brachte die Ritter beinahe in die Playoffs. „Wir freuen uns sehr, dass es mit Dajuan geklappt hat. Er wird uns die benötigte Ruhe und Übersicht geben, die uns derzeit noch fehlt. Unser Team hat eine Menge Talent, aber es fehlt an Organisation und Struktur. Wir hoffen, das Dajuan der Baustein ist, der uns fehlt,“ so Schmidt. Graf wird die Position von Jalan McCloud einnehmen, der auf die Position des Shooting Guards rückt und somit Erik Durham ersetzt. „Dajuan wird vor allem Organisation und Struktur reinbringen, die uns derzeit offensiv noch fehlt. Er bringt sehr viele Vorteile mit sich. Die Liga und unsere Systeme kennt er. Wir hoffen, dass er nicht lange braucht um sich rein zu spielen. Wir wissen was wir an ihm haben und ich bin dem Club sehr dankbar, dass er das möglich gemacht hat. Er war letzte Saison einer der besten Point GUards der Liga. Trotzdem ist er kein Heilsbringer. Er ist ein wichtiger Baustein, wir werden uns aber alle verbessern und entwickeln müssen. Das Spiel gegen Schalke war ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber darauf müssen wir aufbauen. Außerdem hoffe ich, dass unsere verletzten Akteure alle schnell wieder fit werden,“ so Parra. Graf wird gegen Jena vermutlich noch nicht einsatzbereit sein, aber unter der Teck hofft man auf die Spielgenehmigung bis zum Spiel in Paderborn.

 

 

Es spielten: Brauner (0 Punkte), Palmieri (n.e.), Butler (0), Koch (10), Rendleman (18, 8 Rebounds), Pape (3), Wohlrath (10), McCloud (12, 7 Assists), Hahn (5), Kronhardt (17, 14 Rebounds)

Foto: Tanja Spindler