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Explosion im dritten Viertel: Knights überrollen Ehingen

16.11.2014

Zehn starke Minuten, zwei Punkte mehr auf dem Konto. Beim 98:76-Heimerfolg gegen das Team Ehingen Urspring entschied eine spielerische Demonstration der VfL Kirchheim Knights zu Beginn der zweiten Hälfte die bis dato ausgeglichene Partie, brachte den Teckstädtern so bereits Erfolg Nummer fünf in der ProA-Saison 2014. Zum Seitenwechsel noch mit 36:37 im Rückstand gelegen, kam die Truppe von Coach Michael Mai wie verwandelt aus der Kabine. Mit gnadenlos effektiver Defensive sowie hochprozentigen Abschlüssen im Angriff bauten die Gastgeber ihre Führung stetig aus, entschieden den dritten Spielabschnitt mit 34:12 souverän für sich. Das letzte Viertel brachte dann noch einmal Highlights auf beiden Seiten – Spannung kam jedoch nicht mehr auf.

„Unsere erste Hälfte hat mich nicht wirklich überzeugt, denn obwohl der Gegner ein gutes Spiel gezeigt hat, bin ich der Meinung, dass wir weit unter unseren Möglichkeiten geblieben sind“, resümierte Trainer Mai den holprigen Auftakt seiner Mannschaft. Unachtsamkeiten in der Defensive, viele unerzwungene Fehler im Angirff sowie eine streckenweise abenteuerliche Wurfquote sorgte dafür, dass der Tabellenletzte aus Ehingen mit einer 16:22-Führung in die erste Viertelpause ging. Bis rund zweieinhalb Minuten vor dem Seitenwechsel wuchs diese gar auf elf Punkte an (26:37). Angetrieben von Ben Beran rauften sich die auf dem Papier favorisierten Ritter dann jedoch noch einmal zusammen. Ein 10:0-Lauf verkürzte den Rückstand zur Pause auf lediglich einen Punkt.
„Ich denke, meine Spieler waren nach den Niederlagen gegen Vechta und Jena etwas verunsichert, und die Favoritenrolle hat zusätzlich Druck für uns kreiert“, betrieb Mai nach der Partie eine erste Ursachforschung. Die zwei Minuten vor der Pause waren für den Trainer dann auch die entscheidenden – trotz des Feuerwerks im dritten Viertel: „Obwohl es zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht lief, haben wir über Kampf und Einstellung einen Weg gefunden, die Initiative zu ergreifen und das Spiel an uns zu reißen. Im dritten Viertel waren wir natürlich dann sensationell aufgelegt, die Basis dafür haben wir aber bereits vor der Pause gelegt.“


Zwar brannten die Knights mit 34 Punkten im dritten Spielabschnitt ein Offensivfeuerwerk erster Güte ab, jedoch war es vor allem die Defensive, die beeindruckte. Kamen die Gäste aus Ehingen in den ersten 20 Minuten durch schöne Spielzüge häufig zu einfachen und hochprozentigen Abschlüssen, gewährte Kirchheim im dritten Spielabschnitt nahezu nichts mehr. Über gute Reboundarbeit und Ballgewinne befeuerten die Ritter zudem effektiv die eigene Offensive. LaVonte Dority sorgte immer wieder für Gefahr auf dem Weg zum Korb, bewies zudem mit einigen Top-Zuspielen seine außergewöhnliche Übersicht. Während Beran und Enosch Wolf vor allem unter den Körben dominierten, stellte Bryan Smithson mit einigen Distanztreffern seine Werfer-Fähigkeiten unter Beweis. Das 70:49 zum Ende des Spielabschnitts war dann auch gleichbedeutend mit der Vorentscheidung.
Die zahlreichen Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte bekamen in den letzten zehn Minuten dann noch einmal eine schöne Show von beiden Teams geboten. Im Wissen um den sicheren Sieg lockerte Kirchheim ein wenig die defensiven Reihen, was in einem offensiven Schlagabtausch resultierte. 55 Zähler streuten Kirchheim und Ehingen gemeinsam ein. Für die Highlights sorgte der Ehinger Brian Butler jedoch mit Defensivaktionen: Drei sensationelle Blocks sorgten auch beim Knights-Anhang für reichlich raunen und Begeisterungsstürme. Zu seinen Zählern im Trikot der Kirchheimer kam zudem Jacob Mampuya. Mit einem erfolgreichen Dreier führte er sich umgehend glänzend ein, sammelte zudem mehrere Minuten Spielpraxis. Mit zehn Punkten rangiert Kirchheim in der unvollständigen Tabelle des zehnten Spieltags nun auf Rang zehn. Ehingen, das verletzungsbedingt auf den ehemaligen Knight Johannes Joos verzichten musste, bleibt durch die bereits neunte Niederlage im zehnten Spiel Letzter der ProA.

Es spielten: LaVonte Devon Dority (11 Punkte), Radivoj Tomasevic (11), Daniel Krause (7 ), Enosch Wolf (18 / 14 Rebounds), Bryan Smithson (17), Jacob Mampuya (4), Jannik Lodders (2 / 6), Tobias Heintzen (0), Keith Gabriel (5), Jordan Wild (4), Ben Beran (19 / 4).