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Bittere Pille: Knights verlieren drittes Herzschlagfinale in Serie

12.10.2014

Schmerzhaftes Deja-vu für die Zweitliga-Basketballer der Kirch-heim Knights: Bei den MLP Acade-mics Heidelberg setzte es beim 81:84 (37:33) bereits die zweite Auswärtsniederlage nach Verlängerung in Serie. Die schmerzhafte Talfahrt des Teams von Neu-Trainer Michael Mai in der Pro A hält nach drei aufeinan-derfolgenden Herzschlag-Pleiten somit weiter an. Wie auch bei der Niederlage nach doppelter ‚Extra-schicht’ in Chemnitz und bei der bitteren 87:88-Heimpleite gegen die Hamburg Towers fehlte den Rittern in Heidelberg das nötige Quäntchen Fortune in den entscheidenden Mo-menten. Der entscheidende Drei-Punkte-Wurf gelang den Gastgebern quasi mit der Schlusssekunde der Verlängerung. „Wir haben heute verdammt viel richtig gemacht, und ich muss meinen Spielern zunächst Mal ein Lob aussprechen, dass sie nach zwei derart bitteren Niederlagen so eine Moral an den Tag gelegt haben“, stellte Coach Mai ernüchtert fest. Die Hauptgründe für die erneute Pleite hat der Amerikaner schnell gefunden. „Wir hatten viel zu viele Ballverluste – und die haben uns einfach gekillt. Zudem haben wir auch nicht über 40 Minuten konsequent stark verteidigt. Mit der Offensive bin ich sehr zu-frieden, obwohl wir noch zu oft di-rekt nach der ersten Option schauen, anstatt nach der besten.“ Ausgerech-net gegen den langjährigen Knights-Trainer Frenkie Ignjatovic sowie den ehemaligen Ritter Nils Menck peilte Kirchheim am Sonntagabend in Hei-delberg die Wende an. Trotz zweier Testspielniederlagen rechnete sich das Mai-Team gute Chancen aus, da auch die Academics mit zwei deutli-chen Niederlagen in Serie zuletzt gestrauchelt hatten. Entsprechend aggressiv und selbstbewusst gingen die Knights in Heidelberg von Be-ginn an zu Werke. Im fahrigen und durch starke Defensive auf beiden Seiten geprägten ersten Spielab-schnitt gelang es keiner der beiden Mannschaften, sich deutlich abzuset-zen. Heidelberg ergriff meist die Initiative, jedoch schlugen die ‚Ritter’ stets umgehend zurück. Vor allem Bryan Smithson, Enosch Wolf und Kapitän Radi Tomasevic stachen durch gelungene Aktionen auf beiden Seiten des Feldes hervor. Überhastete Fehler im Angriffsspiel sowie Unachtsamkeiten in der Defensive glichen die Gäste durch starken Einsatz und einige gelungene Offensivaktionen wieder aus. Nach zehn intensiven Spielminuten sahen sich die Knights denkbar knapp mit 16:18 im Hintertreffen. Unmittelbar nach Beginn des zweiten Viertels begann für die Gäste die erste kritische Phase. Zwei erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe des Heidelberger Offensivspezialisten Nico Adamczak brachten die Academics binnen weniger Sekunden vier Punkte in Front. Als Kirchheims Forward Enosch Wolf direkt im nächsten Angriff der Gastgeber ein Unsportliches Foul beging, wuchs der Rückstand nach fälligem Freiwurf sowie eines Sprungwurfes des Ex-Kirchheimers Menck gar auf 20:27 an. Die Knights ließen sich jedoch nicht beirren und zündeten in den fünf Minuten vor der Pause auf beiden Seiten des Feldes den Turbo. Vor allem Tomasevic mit vier Punk-ten von der Freiwurflinie sowie der eingewechselte Keith Gabriel mit sieben Zählern binnen zwei Minuten sorgten noch vor der Halbzeit für die zwischenzeitliche Wende zugunsten der Gäste. Durch starke und aggres-sive Verteidigung befeuert, verab-schiedete sich Kirchheim nach einem 17:6-Lauf mit einer Vier-Punkte-Führung (37:33) in die Kabine. Das dritte Viertel entpuppte sich als Spiegelbild der ersten Hälfte. Beide Teams operierten auf Augenhöhe und tauschten wie zwei Boxer immer wieder kleinere Wirkungstreffer aus, ohne jedoch ernsthaft in den Genuss einer K.O.-Chance zu kommen. Nach sieben gespielten Minuten in Hälfte zwei betrug der Vorsprung der Knights beim Stand von 49:45 nach wie vor vier Punkte. Coach Mai durfte sich dabei über starkes Team-Play in der Offensive freuen, bei dem alle Akteure auf dem Feld in den Angrif-fen involviert waren und Abschlüsse produzierten. Kurz vor Ende des dritten Spielabschnitts drehte Heidelberg in Person des Ex-Bundesliga-Spielers Marco Grimaldi jedoch noch einmal auf. Sieben Zähler des Guards in Serie trugen dazu bei, dass die Knights lediglich mit einer 57:56-Führung ins letzte Viertel starteten. Der nächste Krimi stand bevor. Dass es für die Knights erneut zu einer Auswärts-Verlängerung kommen würde, schien rund viereinhalb Minuten vor dem Ende kaum möglich. Ein Schwächephase zum ungünstigsten Zeitpunkt brachte den Gästen einen 63:72-Rückstand ein. Vor allem das Top-Trio Adamczak, Grimaldi sowie Kelvin Martin spielte auf Seiten Heidelbergs groß auf. Die Ritter bewiesen jedoch starke Moral. Angeführt vom in dieser Phase mit sieben Punkten überragenden Jordan Wild kämpften sich die Ritter Zähler um Zähler heran und lagen 55 Se-kunden vor dem Ende plötzlich mit 75:73 in Front. Zwei Ballverluste brachten Heidelberg jedoch zurück ins Spiel und ermöglichten Martin gar eine Siegchance in der Schluss-sekunde. Auch in der Verlängerung sah Heidelberg beim Stand von 81:77 nach einem Notdreier von Adamczak rund zwei Minuten vor dem Ende wie der sichere Sieger aus. Elf Sekunden vor Schluss gelang den erbittert kämpfenden Rittern durch Ben Beran der erneute Ausgleich. Martin stellte jedoch per spätem Dreier den Endstand her. Am nächsten Samstag erwarten die Ritter die Mannschaft aus Giessen in der Sporthalle Stadtmitte.
Es spielten: Tomasevic (6), Smithson (17), Beran (13), Gabriel (13), Wolf (9), Krause (7), Lodders (2), Wild (14), Mampuya (0)