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Mit Rodriguez in die Oberliga

15.05.2019

Wer hätte das gedacht? Im Dezember noch Bezirksliga-gefährdet, stehen die Kirchheimer Basketballer nun in der Oberliga. Möglich gemacht hat das ein toller Auftritt beim 67:54 im Aufstiegs-Rückspiel in Schwäbisch Gmünd – und eine sensationelle Entwicklung des gesamten Teams.


Das Tüpfelchen auf dem „i“ war am Ende tatsächlich die Addition von Knights-Assistant-Coach Miguel Rodriguez nach dem 64:64 im Hinspiel vor zwei Wochen. Der Spanier hatte sich das Spiel angeschaut, daraus entstand spontan der Plan, dem Team jetzt schon zu helfen. Denn dass Rodriguez in der kommenden Saison die Erste übernehmen sollte, hatten der VfL mit Abteilungsleiter Marco Wanzke und die Knights mit den Geschäftsführern Bettina Schmauder und Chris Schmidt bereits angedacht.


Wanzke: „Er hat mir angeboten, mich zu unterstützen, also besprachen wir einige Dinge, die bis zum Rückspiel verbessert werden mussten. Aus dieser Hilfe wurden Trainingseinheiten und aus den Einheiten dann auch die Coachingrolle beim Rückspiel.“


Rodriguez dazu: „Wir haben uns auf drei wichtigen Themen fokussiert: Rebounds, Low post defense, schneller spielen – alles drei hat gut funktioniert.“


Natürlich nur, weil das Team auch mitzog. Wanzke: „Wir hatten sage und schreibe acht Trainingseinheiten in diesen zwei Wochen. Nur bei einer davon waren weniger als acht Leute dabei.“


Durch diese nahezu perfekte Vorbereitung war der VfL nicht nur als Team besser und harmonischer, tatsächlich konnte sich auch jeder einzelne Spieler individuell steigern!


Das zeigte sich noch nicht so deutlich im ersten Viertel, als die Gastgeber mit ihrer ersten Fünf gut dagegenhielten, der Schwerpunkt auf der Defensive lag und vorne die ein oder andere gute Chance verschenkt wurde. Dennoch führte der VfL 11:9, oberligareif war das auf beiden Seiten aber noch nicht.


Was sich beim VfL änderte! Mirsad Haziri, Tim Schmauder und Tim Auerbach trafen von draußen, das 22:15 (13.) war ein sehr gutes Beruhigungsmittel für die Nerven.


Jetzt spielten allerdings die Schiedsrichter eine gewisse Rolle. Wanzke: „Das war Wahnsinn, die Sache mit den Freiwürfen!“ Neun Würfe bekam der TSB in den nächsten sechs Minuten zugesprochen, auf der anderen Seite Fehlanzeige – den ersten Marsch zur Linie erlebte der VfL in der 30. Minute!


Gmünd verkürzte auf 24:22, doch Tiziano Palmieri schloss die Halbzeit sensationell: Sieben Punkte des 17-jährigen Kirchheimers in Serie ergaben den Pausenstand von 31:22 – das war doch schon mal was!


Klar war, dass der Gegner nicht klein beigab. Vor allem Edgar Malsam, der bullige Power Forward, übernahm jetzt, er führte seine Farben zum 36:36 nach 29 Minuten. Doch erneut schloss der VfL das Viertel besser ab! Dreier von Palmieri und Wanzke stellten das Ergebnis auf 42:36, vor den letzten zehn Minuten dieser Saison war beim 42:40 aber noch gar nichts entschieden.


Doch nun machte sich die deutlich größere Ausgeglichenheit und das gute Coaching durch Rodriguez bemerkbar: Nach dem 44:43 erlahmten die Kräfte der Gastgeber, Kirchheim war hellwach! Das 53:44 (34.) war eine kleine Vorentscheidung, nach dem Konter des TSB zum 57:52 (39.) blieb dem nicht anderes mehr übrig, als die Uhr per Foul zu stoppen. Der VfL bekam 14 Freiwürfe, allein Tim Auerbach traf sieben von zehn – das war’s!  


Überglücklich natürlich auch Coach Miguel Rodriguez: „Ich bin sehr stolz auf diese Gruppe, sie haben es absolut verdient. Sie haben sehr gut trainiert!“ Und er gab auch schon mal einen Ausblick in die Zukunft: „Die Chancen, dass ich die Erste trainiere, stehen gut. Die Vorbereitung und das Spiel haben viel Spaß gemacht. Wir wollen natürlich eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenstellen.“ ut


VfL: Auerbach (18/3), Bozic (6), Engonidis (4), L. Haziri, M. Haziri (7/1), Palmieri (11/2), Schmauder (8/1), Schmidt (5/1), K. Wanzke, M. Wanzke (5/1), Weßelborg (3).


TSB: Algieri, Bretz (17), Buchmiller, Cholkin, Filipovic, Heinrich (4), Hieber, Lovic (20/2), Malsam (13/2),