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Das Duell der Spielertrainer: Wer schafft es in die Oberliga?

25.04.2019

Der Showdown steigt in zwei Folgen: Am Sonntag um 17.30 Uhr beginnt die Miniserie um den Aufstieg in die Basketball-Oberliga, in der Sporthalle Stadtmitte duellieren sich der VfL Kirchheim und der TSB Schwäbisch Gmünd.


Zum ersten mal seit vielen Jahren ist die Schnittstelle zwischen Landesliga und Oberliga neu organisiert: Gab es bisher Relegationsspiele zwischen zwei Nichtabsteigern und den Vizemeistern, entscheiden nun zwei Spiele zwischen den Zweitbesten der Landesligen, wer in der nächsten Saison in der höchsten Klasse Württembergs spielen darf: klassische Aufstiegsspiele!


Der VfL Kirchheim kam dahin durchaus überraschend: Zu Weihnachten noch am Rechnen, wie man den Abstieg in die Bezirksliga verhindern könnte, legte das Team um Abteilungsleiter und Spielertrainer Marco Wanzke (25) eine sagenhafte Aufholjagd hin, die bis zum Schluss kaum als solche zu erkennen war. Denn die Illusion, dass man noch am Aufstieg schnuppern könnte, hatte wirklich niemand. Also siegte man fröhlich weiter, von den neun Rückrundenspielen wurde nur ein einziges, beim Angstgegner TV Derendingen (81:83), verloren.


Erst als dann eine Woche vor Saisonschluss Ljubomir Petkovic vom bereits feststehenden Meister der TS Göppingen bekanntgab, dass er nicht aufsteigen wolle, ergab sich die Chance. Und die wurde mit dem denkwürdigen 68:66 im Endspiel beim SB Heidenheim auf spektakuläre Weise genutzt.


Woran lag es aber, dass aus dem Abstiegskandidaten ein Aufstiegsaspirant wurde?  Eine sehr große Rolle dürfte das Weihnachtsgeschenk Erik Weßelborg gespielt haben. Der 22-jährige Ex-Oberligaspieler aus Essen heuerte bei den Knights als Physiotherapeut an – und verhalf der bis dahin etwas verpeilten Kirchheimer Ersten zu deutlich mehr Stabilität und Seriosität. Im Training und im Spiel, wo er regelmäßig punktete (14,1 im Schnitt) und trotz „nur“ 1,92 Meter Körpergröße praktisch immer im zweistelligen Bereich Rebounds holte.


Leider fehlt Weßelborg voraussichtlich am Sonntag, er ist auf einer Wochenend-Fortbildung und schafft es wohl nicht rechtzeitig zurück.


Dennoch ist die Stimmung positiv. Marco Wanzke: „Durch die erfolgreiche Rückrunde sind wir selbstbewusst und vertrauen einander.“ Neben Weßelborg fehlt voraussichtlich nur der verletzte Topscorer Marco Gligoric (22 Punkte bei allerdings nur sechs Spielen), dafür kehrt Center Cveti Bozic zurück (19,2 bei vier Spielen).


Und der Gegner? Der will nach dem Abstieg 2017/18 (Letzter mit nur fünf Siegen) wieder zurück in die Oberliga.


Auch beim TSB regiert ein Spielertrainer, der 35-jährige Viktor Buchmiller. Seine erste Fünf hat ein Durchschnittsalter von 33,4 Jahren, allerdings fehlen zwei davon: Scharfschütze Pierre Lovic (2,7 Dreier pro Spiel) und Florian Fischer (14,5 Punkte pro Spiel). Von den letzten acht Spielen in der Landesliga Nordwürttemberg verlor der TSB drei und rettete sich mit einem hauchdünnen 63:62 beim Tabellenletzten Titans Stuttgart 2 gerade noch so über die Ziellinie. Buchmiller gibt sich trotzdem optimistisch: „Unsere jungen Spieler sind ganz wild auf den Aufstieg und möchten die Chance wahrnehmen, erste Oberligaerfahrungen zu sammeln.“


Im Duell der Spielertrainer scheint Kirchheims Wanzke – „Wir haben sehr gut trainiert in den letzten zwei Ferienwochen“ – also ein klein wenig die Nase vorn zu haben. Doch abgerechnet wird zweimal: Am Sonntag und dann zwei Wochen später in Gmünd.


Und die VfL-Erste ist heiß! Wanzke: „Wir freuen uns riesig auf den Sonntag, auf deutlich mehr Zuschauer als bisher und ein echtes Spektakel in der Sporthalle Stadtmitte.“  ut


VfL: Auerbach, Bozic, Engonidis, L. Haziri, M.Haziri, Palmieri, Schmauder, Schmidt, K. Wanzke, M. Wanzke, Weßelborg (?).