slogan

Niederlage in letzter Sekunde

21.10.2018

Kirchheims Zweitligabasketballer müssen weiterhin auf den ersten Heimsieg der Saison 2018-2019 warten. In letzter Sekunde mussten sich die Teckstädter dem Gast aus Rostock geschlagen geben. Tom Alte erzielte bei noch 0,6 Sekunden auf der Spieluhr die entscheidenden Zähler zum 69:68. Erneut kämpfen sich die Ritter nach frühem Rückstand zurück. Doch anders wie in Hagen kontert der Gegner dieses Mal erfolgreich.


 


Für Kirchheims Basketballfans sind enge Ergebnisse durchaus nicht ungewöhnlich. Schon einige Spiele wurden mit Ablauf der Uhr entschieden. Ob gegen Gotha, Baunach, Bayreuth, die Liste an ereignisreichen Spielen ist lang und es waren sowohl emotionale Siege, wie auch bittere Niederlagen in den letzten Jahren dabei. Doch es ist lange her, dass eine Niederlage wie die am vergangenen Samstagabend derart heftig schmerzte. Als Gäste Point Guard Martin Bogdanov zum Korb zog und verlegte, gab es bereits einige Zuschauer in Kirchheims Sporthalle Stadtmitte, die den Jubelschrei auf den Lippen hatten. Doch dieser wurde jäh von Tom Alte unterbrochen.


 


Kirchheim erneut mit schwachem Start


 


Wie schon in den Partien zuvor starteten die Knights schlecht ins Spiel. Schnell geriet die Mannschaft von Trainer Mauricio Parra in Rückstand und dieser erhöhte sich um Punkt für Punkt. Genau wie eine Woche zuvor in Hagen, sahen sich die Ritter früh mit einem 17-Punkte Rückstand konfrontiert. Am Ende des ersten Viertels stand es 23:6 für die Gäste. „Wir sind sehr schlecht ins Spiel gestartet und haben im Moment auch keine gute Erklärung dafür. In den kommenden Spielen werden wir einige Dinge in unserem Pre-Game Ablauf verändern und ich hoffe, dass wir dadurch den schlechten Start zukünftig vermeiden, “ sagte Parra. Glücklicherweise entpuppte sich dieser deutliche Rückstand als unmissverständliches Startsignal. Mit Beginn des zweiten Viertels verbesserten sich die Hausherren in allen Facetten ihres Spiels. In der Defensive wurde nun konzentriert gearbeitet, die Offensive fand so langsam ihren Rhythmus und auch die Körpersprache war nun eine andere. Wie auch die Hagener, fand Rostock kein geeignetes Mittel gegen die Zonenverteidigung der Knights, die nun den Rückstand stetig verkürzten. Dennoch, der Knoten wollte noch nicht so richtig aufgehen. Mehrere vergebene Korbleger und Drei-Punkte Würfe, die schon im Korb schienen und sich dann doch noch aus der Reuse drehten, verhinderten das die Knights schon in der ersten Halbzeit in Führung gingen. „Wir waren im zweiten Viertel enorm dominant, aber es ist uns nicht gelungen, das noch deutlicher aufs Scoreboard zu bringen. Hier haben wir bis zu zehn Punkte liegen gelassen, die uns natürlich im Lauf des Spiels fehlten,“ analysierte Kirchheims Coach die dennoch gute Phase der Gastgeber. Beim Stand von 29:25 ging es in die Halbzeitpause. Die Hoffnungen ruhten auf dem bislang so starken dritten Viertel. Bereits in den Spielen zuvor konnten sich die Knights gerade im dritten Viertel stark präsentieren und auch dieses Mal sollten diese zehn Minuten positiv bewertet werden.


 


Goodwin läuft erneut heiß


 


Besonders Rohndell Goodwin spielte sich nun ins Rampenlicht. Zur Halbzeit noch bei sieben Zählern, erhöhte der Amerikaner sein persönliches Punktekonto auf 23 innerhalb des dritten Abschnitts. Ob per Zug zum Korb oder per Dreier, Goodwin war für die Defensive der Seawolves nicht zu stoppen. Leider sollten im vierten Viertel keine weiteren Punkte des Guards mehr folgen. Die Ritter gingen mit 47:45 endlich in Führung und auch zu Beginn des vierten Viertels waren sie klar am Drücker. Fünf Minuten vor dem Ende erhöhte Dajuan Graf auf 62:51 und die erste zweistellige Führung des Abends für die Schwaben. Es sollte der negative Knackpunkt des Spiels werden. Rostocks Trainer Skobalj nahm eine Auszeit und schwor seine Mannen nochmals ein. Diese antworteten mit drei Dreiern in Serie und weiteren Punkten durch Terrell Harris. Ein 14:0 Lauf der Gäste innerhalb von vier Minuten und plötzlich war Rostock knapp eine Minute vor dem Ende wieder in Führung. „Diese Phase hat uns letztlich das Spiel gekostet. Wir müssen lernen mit diesen Situationen ruhiger und besonnener umzugehen. Wenn du mit elf Punkten führst, gilt es das Spiel zu beruhigen und sich auf seine Stärken zu besinnen. Das haben wir nicht gemacht. In der Offensive haben wir den Faden verloren und in der Defensive hat Rostock zugegebenermaßen schwere Würfe getroffen, “ so Parra. Das Spiel war jedoch noch nicht endgültig entschieden. Ein wahrer Showdown sollte noch folgen. Phillip Daubner brachte die Knights wieder mit 66:65 in Front. Rostock konterte durch zwei Freiwürfe von Cardenas. Nun war es Keith Rendleman auf Kirchheimer Seite der Verantwortung übernahm und nach schönem Alley-oop Anspiel verwandelte. Die Uhr zeigte noch knapp sechs Sekunden und keine Auszeit mehr. Rostocks Martin Bogdanov sprintete Richtung Kirchheims Korb. Sein Korbleger verfehlte das Ziel, doch den Kirchheimern gelang es nicht den Rebound zu sichern und Tom Alte verwandelte per Tip-In. Das Spiel war entschieden. Der letzte Verzweiflungspass geriet ein wenig zu kurz und so waren es die Gäste, die letztlich über die wichtigen Punkte jubelten. Mit einer 1-3 Bilanz finden sich die Ritter vorerst auf Platz elf der Tabelle wieder. „Das wir dieses Spiel auf diese Art und Weise verloren haben ist extrem bitter für uns alle. In der ganzen Halle und in der Kabine war eine total niedergeschlagene Stimmung. Es tut uns sehr leid, dass wir die ersten Heimspiele nicht gewinnen konnten. Wir werden alles dafür tun, um die nächsten Spiele zu gewinnen. An der Reaktion auf solche Spiele erkennt man, aus welchem Holz eine Mannschaft gemacht ist, “ erklärte der niedergeschlagene Coach der Ritter nach Spielende. Auf die Ritter warten nun bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ganz entscheidende Spiele. Am kommenden Wochenende geht es nach Karlsruhe, bevor anschließend Hanau in der Sporthalle Stadtmitte erwartet wird. Zwei Teams die ebenfalls keinen guten Saisonstart erwischten, aber in einzelnen Spielen ihre Qualität bereits zeigen konnten.


 


Es spielten: Canty (0 Punkte), Oetjen (0), Koch (2), Rendleman (15, 12 Rebounds), Daubner (9), Nicklaus (n.e.), Goodwin (23, 7 Rebounds), Wohlrath (0), Wenzel (0), Graf (10, 7 Rebounds, 6 Assists), Kronhardt (9)


 


 


Foto: Tanja Spindler