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Den großen Wurf verpasst

10.12.2017

Stark gekämpft und dennoch verloren. Mit der knappen 79:80-Niederlage verpassen die Kirchheim Knights am Samstagabend in ihrem Zweitligaspiel gegen Vechta die große Überraschung nur um einen Wimpernschlag. Tim Koch jedoch hat sich mit einer couragierten Leistung aus seinem kleinen Tief herausgearbeitet und avancierte mit 16 Punkten - gemeinsam mit Elija Allen - zum Topscorer auf Seiten der Ritter.


Eine Nachricht, die nicht nur Brian Wenzel schmerzt, ereilte das Team allerding bereits am Freitagnachmittag: Der Small Forward, der bereits die zweite Woche nach einem Trainingsunfall mit Rückenbeschwerden pausieren musste, fällt auf unbestimmte Zeit aus. Die Untersuchung im MRT brachte die schmerzhafte Diagnose: Eine Bandscheibenverletzung zwingt Wenzel zu einer längeren Pause. Ein herber Rückschlag für das Mirolybov-Team.


Dass die Einstellung im Team jedoch stimmt, zeigten die Gastgeber gleich zu Beginn der Partie. Tim Koch sorgte für kollektives Aufatmen als er mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf den ersten Korberfolg des Abends markierte und damit den 7:0-Run seinen Teams einläutete. Dann jedoch besannen sich auch die Gäste auf ihre Stärke und fanden ins Spiel. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem der Tabellenzweite immer eine Nasenlänge voraus war. Zwei erfolgreiche Freiwürfe von Toney McCray markierten das 17:19 zur ersten Viertelpause.


Im zweiten Viertel dann setzte Keith Rendleman das erste Ausrufezeichen, als er Andrew Smith bei seinem Wurf in luftiger Höhe blockte. Die nachfolgenden Minuten gehörten dann allerdings den Gästen im allgemeinen und Robin Christen im speziellen, der 9 Punkte in Folge für sein Team erzielte. Die Ritter hingegen kamen nicht so richtig in dieses Viertel und mussten beim Spielstand von 21:31 dann auch den ersten zweistelligen Rückstand hinnehmen. Ungenauigkeiten im Spiel von Rasta ermöglichte den Rittern wieder den Anschluss. Beim Stand von 36:41 gingen die Team in die Halbzeitpause. Bereits zu diesem war Zeitpunkt absehbar: In diesem Spiel ist einiges möglich, was auch die zunehmenden Reibereien auf dem Spielfeld erklärt.


Vechta, bekannt für seine starken dritten Viertel, erzwang den ersten Korberfolg im zweiten Spielabschnitt. Knights-Coach Mirolybov setzt jedoch dagegen und vertraute wieder auf Charles Barton, der in der ersten Hälfte aufgrund seiner hohen Foulbelastung ungewohnt lange auf der Bank Platz nehmen musste. Dieses Vertrauen bewährte sich, die Ritter hielten mit und beendeten das dritte Viertel mit 18:18 ausgeglichen.


Mit einem 5-Punkterückstand ging es in den entscheidenden Schlussabschnitt . Dieser bot dann alles an Dramaturgie eines begeisternden Basketballmatches. Angetrieben von den Fans, die einmal mehr ihr Team lautstark unterstützten, rückten die Ritter den Niedersachsen immer näher auf die Pelle. Die Spannung war greifbar, als 49 Sekunden vor Schluss Elijah Allen den Ausgleich zum 76.76 erzielte und Tim Koch unmittelbar danach mit einem enorm wichtigen Dreipunktewurf zur Einpunkte-Führung verwandelte. Der Sieg für die Kirchheim lag tatsächlich in der Luft. Sollte es reichen?


„Wenn wir die letzten beiden Spiele anschauen, so haben wir zweimal die Chance auf einen Sieg gehabt. Es schmerzt sehr, wenn wir uns für unsere gute Arbeit nicht belohnen können“, resümierte Andreas Kronhardt doch deutlich angefasst nach dem Spiel, denn es reichte leider nicht. Mit zwei verwandelten Freiwürfen legte Chris Carter auf Seiten von Vechta vor, Mirolybov verzichtete 21 Sekunden vor Schluss auf eine Auszeit und es gelang nicht, im letzten Angriff noch zu einem Abschluss zu kommen. Es bleibt festzustellen, dass die Kirchheim Knights über das Potential verfügen, die ganz großen Teams zu schlagen, es aber an der letzten Konsequenz fehlt. Abstimmung, Vertrauen, Konsequenz: das letzte Quäntchen muss noch draufgepackt werden.


„Ich bin stolz auf meine Spieler, aber diese Niederlage müssen wir erst überwinden.“ Kirchheim Headcoach wird weiterhin hart mit seinem Team arbeiten müssen, um die Konzentration auf das anstehende Karlsruhe-Spiel zu richten.


Es spielten: Collins (14 Punkte, 3 Rebounds), Barton (10), Hedley (0), Koch (16, 8), Rendleman (8, 6), Allen (16, 3), Darouiche (n.e.), McCray (6, 5), Köppl (n.e.), Kronhardt (9, 9)


Mehr als eine Randnotiz:


Mit eine Kombination aus Akrobatik und Tanz bereichern sie die Auszeiten und Pausen der Knights und sorgen für zusätzliche Stimmung: Die Cheerleader der Kirchheim Knights überraschten die Zuschauer wieder mit einer neuen Choreografie. Angeleitet von Trainerin Daniela Kolev haben sich die Cheers einen festen Platz innerhalb des Knights-Events ertanzt. Hut ab!

Foto: Tanja Spindler "Ein Bild, das mehr sagt als 1000 Worte"