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Ritterwahnsinn erreicht die nächste Stufe

29.01.2017


Für die Sensation des 20.Spieltages sorgte Knights-Aufbauspieler Carrington Love. Per Dreier von der Mittellinie, mit Ablauf der Spielzeit, versenkte der US-Amerikaner den entscheidenden Buzzer-Beater zum 92:91 der Knights gegen die Oettinger Rockets nach Verlängerung. Bereits der zehnte Erfolg für die Kirchheimer Korbjäger mit einer Differenz von fünf oder weniger Punkten. Jonathon Williams brilliert mit 34 Punkten, elf Rebounds und acht Assists.


Viele Ritterfans erinnern sich an die wohl berühmteste Szene der jüngeren Knights-Vergangenheit. Radi Tomasevic versenkt mit dem Ertönen der Uhr von der Mittellinie einen Dreier zum Sieg gegen den späteren Aufsteiger Bayreuth. Dieser Wurf findet sich nun auf Platz zwei der aktuellen Knights-Hitliste wieder. Neuer Platz eins ist der Buzzer-Beater von Carrington Love vom vergangenen Samstag. Zum Ende der Verlängerung setzte Love von der Mittellinie an und verwandelte. Doch der Reihe nach. Die Voraussetzungen für das Top-Duell gegen Gotha waren gut. Eine gut gefüllte Sporthalle Stadtmitte, die durch den ersten Auftritt der neuen Knights-Cheerleader so richtig in Stimmung gekommen war, dazu ein Gegner gegen den man die letzten Spiele allesamt knapp verloren geben musste und Forward Seth Hinrichs kehrte nach Verletzungspause wieder zurück aufs Parkett. Die Zeit für die Revanche war gekommen und die Spannung war für jeden Zuschauer zu spüren. Eine ganz besondere Stimmung herrschte in der SHSM von Beginn an. Jeder Punkt wurde frenetisch gefeiert und die Korbjäger starteten hochkonzentriert. Früh erspielten sich Kronhardt und Co. die erste Führung und zwangen Gotha Coach Ensminger zur ersten Auszeit. Diese brachte die erhoffte Wirkung und die Rockets fanden nun ihrerseits besser in die Partie. Topscorer Dane Watts und Darrel Mitchell übernahmen Verantwortung und erzielten 14 der ersten 23 Rockets-Punkte. In die erste Viertelpause ging es mit einer knappen 23:20 Rockets-Führung. Im zweiten Abschnitt übernahm Knights-Topscorer Jonathon Williams. Im ersten Viertel noch blass geblieben, erzielte das Power-Paket 14 Punkte in knapp acht Minuten und holte somit die Führung für die Gastgeber zurück. Die Defensive hatte sich nun auf das gut organisierte Spiel der Gäste eingestellt. 41:39 stand es zur Halbzeit. Beide Mannschaften legten eine hohe Intensität und besonderen Kampfgeist aufs Parkett. Und Williams hatte nun Blut geleckt. Weitere zehn Punkte des Forwards folgten im dritten Viertel. Kirchheim übernahm zusehends die Kontrolle und wurde von den 1100 Zuschauern immer wieder nach vorne gepeitscht. Gotha fehlten nun die passenden Antworten, doch es deutet sich eine Lösung an. Samuel Parker hatte zum Ende des dritten Viertels zehn Punkte auf seinem Konto und es sollten noch einige folgen. Immer wieder suchten die Rocktes nun den Scharfschützen und dieser verwandelte traumwandlerisch sicher. Schien der Rittersieg bereits in trockenen Tüchern, beeindruckten die Gothaer nun mit Ruhe und glänzenden Spielzügen, denen die Ritter-Verteidigung trotz starker Leistung immer wieder freie Würfe gestatten musste. Ein Dreier von Parker (insgesamt 29 Punkte) erzielte den späten Ausgleich zum 81:81. Love`s Dreierversuch zum Ende der regulären Spielzeit verfehlte sein Ziel. Es ging in die Verlängerung und man fragte sich, wie konnte man dieses Spiel noch aus der Hand geben. Doch es waren noch fünf Minuten zu spielen. Und Gotha wollte es nun wissen. Schnell gingen die Gäste 86:81 in Front. Kirchheim konterte. Ein Dreier von Tim Koch holte die Führung zurück (87:86). Die SHSM bebte, doch einen ließ dies völlig kalt. Parker verwandelte wieder per Dreier. Zwei Punkte von Love sorgten für den Ausgleich. Noch 26 Sekunden auf der Uhr und die Rockets hatten den Ball. Der erste Wurfversuch misslang, doch Watts sicherte den offensiven Rebound und verwandelte wenige Sekunden später per Korbleger. Noch 3,3 Sekunden waren auf der Uhr. Williams reagierte schnell und passte den Ball zu Love, der nach einem kurzen Dribbling von der Mittellinie zum Wurf ansetzte. Dieser verfehlte nur um wenige cm die Hallendecke und rauschte ohne Ringberührung ins Netz. Ein einziger Jubelschrei aus 1100 Kehlen sorgte für den Schlusspunkt eines Spiels, das in die Kirchheimer Geschichte eingehen dürfte und zu den absoluten Highlights der laufenden Saison gehört. „Es war ein intensives und enges Spiel. Beide Mannschaften hätten den Sieg verdient gehabt, “ bilanzierte Knights-Trainer Mai. In der Tabelle halten die Knights den dritten Platz und erhöhten durch den Sieg ihren Vorsprung auf die Playoff-Konkurrenten. Auf dem Ritterprogramm stehen nun zwei Auswärtspartien in Köln und gegen Baunach. Das nächste Heimspiel findet am Freitag den 17.2.2017 statt.


 


Der Knights-Kader gegen Gotha: Preston Medlin, Andreas Kronhardt, Jonathan Maier, Jonathon Williams, Niclas Sperber, Justin Hedley, Carrington Love, Tim Koch, Brian Wenzel, Seth Hinrichs


 


Foto: Tanja Spindler